Spalthammer – Das Schwergewicht für schwieriges Holz

Leborgne Spalthammer mit Alu Drehspaltkeil
*Ein Leborgne Spalthammer mit einem Ochsenkopf Alu-Spaltkeil | Bildquelle: amazon*


Ein Spalthammer wird immer dann eingesetzt, wenn Sie mit einer Spaltaxt nicht weiterkommen. Beim Spalten von Meterstücken, besonders dicken, verwachsenen oder verasteten Hölzern ist das höhere Kopfgewicht eines Spalthammers Gold wert.

Und wenn sich das Holz dann immer noch wehrt, können Sie mit der Schlagfläche des Spalthammers Spaltkeile eintreiben. Damit bekommen Sie auch sehr faserige Brocken klein.

Spalthammer Marken und Hersteller

Vom günstigen Einstiegsmodell bis zum edlen Profiwerkzeug: Für jeden Bedarf ist etwas dabei. Einige Hersteller bedienen mehrere Preisklassen, andere haben sich auf ein Segment spezialisiert.

Sehr beliebte Marken auf dem Gebiet sind:
Fiskars, Ochsenkopf, Gränsfors, Halder, Stihl, Dauner, Bison, Connex, DEMA, Dolmar

In der folgenden Tabelle finden Sie die wichtigsten Details zu ausgewählten Spalthämmern auf einen Blick. Die Hämmer sind nach Länge geordnet. Mit einem Klick auf die Schaltfläche „Vorstellung“ gelangen Sie zu unserer ausführlichen Vorstellung mit weiteren Details und Tipps zu der jeweiligen Hammer.

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Eigenschaften und Aufbau eines Spalthammers

Ein Spalthammer ist eine Kombination aus Axt und Hammer. Die Schneide ist vergleichbar mit der einer Spaltaxt, jedoch verfügt ein Spalthammer über einen längeren Nacken, der zu einer Schlagplatte ausgebildet ist.

Ochsenkopf Big Ox Spalthammer
*Der Ochsenkopf Big Ox mit Hickorystiel und Alukeil im Detail | Bildquelle: amazon*
Mit einem Gesamtgewicht zwischen 3 und 5 kg haben Sie an einem Schneidhammer ordentlich zu schleppen. Dafür kracht der 2,5 bis 3,7 kg schwere Kopf mit einer enormen Wucht aufs Holz, so dass eine hohe Spaltkraft erzielt werden kann. Der Kopf ist keilförmig mit einem Schneidenwinkel von ca. 30°. Durch den stumpfen Winkel wird das Holz stark auseinandergetrieben.

Auf der entgegengesetzten Seite der Schneide ist der Kopf zu einer massiven Schlagplatte ausgearbeitet, mit der sich Spaltkeile ins Holz eintreiben lassen, was zum Spalten einiger besonders großer oder verwachsener Hölzern nötig ist. Bei Fällarbeiten lässt sich ein Spalthammer natürlich auch zum Einschlagen von Fällkeilen einsetzen.

Der Kopf eines Spalthammers steckt auf einem Stiel aus Holz (Esche oder Hickory) oder glasfaserverstärktem Kunststoff. Der Stiel ist für gewöhnlich zwischen 80 und 92 cm lang und geradläufig. Der gerade Verlauf des Stiels hat den Vorteil, dass beide Seiten des Werkzeugs (Schneide und Hammer) gleichermaßen ergonomisch geschwungen werden können. Aufgrund ihres hohen Gewichts werden Spalthämmer immer mit beiden Händen geführt.

Spalthammer und Spaltaxt: Wann benötigen Sie was?

Häufig kommt bei Hobbyholzern und in Internetforen die Frage auf, wann eine Spaltaxt und wann ein Spalthammer beim Holz hacken eingesetzt wird. Beide Werkzeuge haben ihre Vor- und Nachteile und die Präferenz für das eine oder andere hängt auch von der Erfahrung, Körpergröße und Kraft ab.

Manch ein erfahrener Holzer spaltet mit einer Axt Meterstücke, an denen ein Anfänger selbst mit einem Spalthammer scheitert. Doch fernab vom Glaubenskrieg und individuellen Präferenzen gibt es einige allgemeingültige Aspekte bei der Auswahl des Arbeitsgeräts zu beachten.

Spalthämmer sind ideal zum Spalten von hartem, kurzfaserigem Holz. Wenn im Wald dicke Meterstücke gespalten werden sollen, um die einzelnen Scheite auf den Anhänger laden zu können, ist der Spalthammer das Mittel der Wahl.

Ein Spalthammer ist zudem ein multifunktionales Werkzeug. Mit der Schlagseite lassen sich neben Spaltkeilen auch Fällkeile ins Holz oder sogar Zaunpfähle in den Boden eintreiben. Auch Abrissarbeiten lassen sich durchführen.
Viele Spalthämmer verfügen über eine Wendenase, mit der Hölzer gedreht und gezogen werden können. Deutlich praktischer zum Holzverrücken ist jedoch ein Sappie, weil leichter und handlicher als ein Spalthammer.

Das höhere Gewicht eines Holzspalthammers sorgt zwar für mehr Wucht beim Spalten, führt aber auch zu schnellerer Ermüdung beim Arbeiten. Beim Spalten von Kaminholz wird empfohlen, zuerst die verwachsenen Stücke mit dem Spalthammer zu bearbeiten und dann für die leichter zu spaltenden Scheiben auf die Spaltaxt zu wechseln. So lässt sich viel Kraft sparen.

Dafür, den schweren Spalthammer nicht für leicht zu spaltendes Holz (zB. Eiche, Fichte, Tanne, Kiefer) einzusetzen, spricht auch, dass beim Spalten von Holzscheiben die einzelnen Scheite durch die Wucht des Hammers zu klein zerlegt werden oder weit zur Seite fliegen und mühsam wieder eingesammelt werden müssen.

Fazit: Es lohnt sich, neben einem Spalthammer für die schweren Aufgaben auch immer eine Spaltaxt zur Hand zu haben.

Worauf Sie beim Kauf eines Spalthammers achten sollten

Den idealen Spalthammer für Ihr Einsatzgebiet finden Sie, indem Sie die Modelle hinsichtlich der folgenden Faktoren miteinander vergleichen:

Länge

Die meisten Spalthämmer sind ca. 90 cm lang. Wenn Ihnen das zu lang ist, sollten Sie sich die Gränsfors Spalthammer-Axt ansehen. Diese ist mit 80 cm Länge etwas kürzer als andere Spalthämmer. Das Kopfgewicht liegt bei 2,5 kg.

Gewicht

Auf dem Papier beträgt der Unterschied zwischen einem leichten Holzspalthammer mit 3 kg und einem schweren mit 5 kg Gesamtgewicht nur 2 kg. In der Praxis fühlt sich das nach einigen Dutzend Schlägen an einem Nachmittag im Wald eher wie 2 Tonnen an.

Dabei ist, wie bereits geschrieben, ein höheres Gewicht nicht automatisch ein Garant für den Erfolg. Auch auf die richtige Technik kommt es an.

Den größten Anteil des Gesamtgewichts sollte der Kopf einnehmen. Ein Spalthammer mit 3 kg schwerem Kopf und einem 1 kg schweren Stiel ist einem Hammer mit gleich schwerem Kopf und schwererem Stiel immer vorzuziehen.

Wählen Sie Ihren Spalthammer immer so aus, dass er für das jeweilige Holz so schwer wie nötig und so leicht wie möglich ist. Ein schwerer Hammer gleitet vielleicht etwas einfacher durch das Holz. Sie sparen dennoch nicht unbedingt Zeit, weil Sie damit schneller ermüden und längere Pausen einlegen müssen.

Schneide und Schlagplatte

Der Kopf eines Spalthammers besteht aus der Schneide auf der einen und der Schlagplatte auf der anderen Seite.

Die Schneide ist bei allen Modellen aus gehärtetem Stahl und zwischen 6 und 8 cm lang. Zum Spalten muss die Schneide nicht rasiermesserscharf sein. Zu stumpf sollte sie aber auch nicht sein. Dann kann es passieren, dass der Spalthammer vom Holz abprallt. Stumpfe Schneiden lassen sich mit einem groben und einem feinen Schleifstein schnell wieder auf die richtige Schärfe bringen.

Halder Simplex Spalthammer
*Stahlkeile nur mit speziellen Spalthämmern einschlagen | Bildquelle: amazon*
Die Schlagplatte vieler Spalthämmer ist ebenfalls aus Stahl. Das macht sie sehr robust. Mit einer Schlagplatte aus Stahl dürfen jedoch keine Spaltkeile aus dem gleichen Material eingeschlagen werden. Wird mit Stahl auf Stahl geschlagen, kann es zu Abplatzungen an Keil oder Hammer kommen. Die Gefahr umherfliegender Metallsplitter sollte niemals unterschätzt werden.

Wer gerne mit Stahlkeilen arbeitet, muss daher zu einem Spalthammer mit Schlagplatte aus einem anderen Material greifen. Passende Hämmer sind der Fiskars SAFE-T X39 und der Simplex Spalthammer von Halder. Beide Modelle verfügen über eine Schlagplatte aus Kunststoff. Die Kunststoffeinsätze nutzen sich mit der Zeit ab und können durch neue ersetzt werden.

Die Schneide vieler Spalthämmer ist nach unten hin etwas gebogen. Diese sogenannte Wendenase dient zum Anheben und Bewegen von Rundholz. Eine Wendenase am Hammer ist praktisch, da man damit auch schwere Hölzer bei nahezu geradem Rücken bewegen kann. Ein schwerer Hammer ist beim Holzrücken allerdings weniger ergonomisch als ein leichter und handlicher Sappie.

Spalthammerstiel

Stiele für Spalthämmer sind entweder aus Holz oder glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt.

Holz hat sich als Material für Werkzeugstiele über Jahrhunderte bewährt. Das Material fühlt sich einfach gut und „natürlich“ an und ist robust und flexibel zugleich. Es muss allerdings gut gepflegt und behandelt werden. Fehlschläge setzen dem Holz zu und verursachen Dellen und Absplitterungen. Auch darf ein Werkzeug mit Holzstiel nicht in einer zu feuchten Umgebung gelagert werden, da das Holz sonst aufquellen oder gammeln kann. Ein beschädigter Holzstiel kann jedoch meist gegen einen Extrastiel ausgewechselt werden. Dabei ist wichtig, dass der Stiel passt und nach dem Einstielen wieder extrem fest sitzt. Vor dem Kauf eines Hammers mit Holzstiel sollte immer überprüft werden, ob der Hersteller auch Ersatzstiele anbietet.

Bei einem Holzstiel ist darauf zu achten, dass dieser einen geraden Faserverlauf vom Knauf bis zum Kopf aufweist. Manche Hämmer sind von Werk aus in Signalfarben lackiert. Kaufen Sie keinen Hammer mit Holzstiel, bei dem Sie den Faserverlauf (etwa durch eine Lackierung) nicht erkennen können. Achten Sie auch auf Äste im Holz. Neben ungeraden Faserverläufen sind auch Äste potentielle Bruchstellen.

Werkzeuge mit Kunststoffstiel erfreuen sich steigender Beliebtheit. Das liegt nicht zuletzt an der Robustheit des Materials. Stiele aus GFK halten extrem viel aus und können auch in widrigen Verhältnissen gelagert werden, wie etwa dem Gartenhaus im Winter oder dem feuchten Keller. Zudem ist das Material sehr leicht. Im unteren Bereich sind Kunststoffstiele häufig mit einer Antirutschbeschichtung versehen.

Da selbst bei erfahrenen Holzern immer mal ein Schlag das Ziel verfehlt ist ein Stielschutz empfehlenswert. Ein Stielschutz ist eine Manschette aus Metall oder Kunststoff, die im Bereich unter dem Werkzeugkopf um den Stiel geschlungen ist. Das schützt den Stiel vor Beschädigungen, wenn Sie einmal über das Ziel hinausschießen und das Holz mit dem Stiel statt mit dem Kopf treffen.

Eigentlich sollte ein Stielschutz bei keinem Holzspalthammer fehlen. Viele günstige Baumarkthämmer werden jedoch ohne verkauft. Da heißt es, sich selbst einen zu improvisieren. Eine Möglichkeit ist es, Draht oder Tau fest um die ersten 10 bis 20 cm des Stiels unter dem Hammerkopf zu wickeln. Selbst mehrere Schichten Panzerband sind besser als nichts.

Einen relativ günstigen Stielschutz können Sie sich auch aus einem dicken Kunststoffschlauch aus dem Baumarkt bauen. Suchen Sie sich einen Schlauch mit der größten Wandstärke und dem größten Durchmesser. Diesen schneiden Sie dann der Länge nach auf, legen Ihn um den Stiel und fixieren ihn mit einer Schicht Panzerband.

Achten Sie bei Ihren Selbstbaulösungen allerdings darauf, dass Stiel und Schutz nicht dicker als der Hammerkopf sind, damit der Schutz beim Spalten nicht im Holz stecken bleibt.

Extras

Nichts zwingend notwendig, aber doch sehr praktisch ist ein mitgelieferter Klingenschutz. Viele, aber längst nicht alle Hersteller legen ihren Hämmern einen Klingenschutz aus Leder bei. Bei Werkzeugen von Fiskars gehört im Regelfall ein Klingenschutz mit Tragegriff aus Kunststoff zum Lieferumfang.

Wer Wert auf Qualität legt und sich nicht auf einen Spalthammer Test aus dem Internet verlassen möchte, der achtet auf das KWF-Prüfzeichen. Das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) prüft regelmäßig Forstgeräte und Werkzeuge. Forstgeräte, die hohen Ansprüche der professionellen Waldarbeit genügen, erhalten das Prüfzeichen „KWF-Profi“. Werkzeugen für den semiprofessionellen Gebrauch wird das Prüfzeichen „KWF-Standard“ verliehen.

Auch am Gütezeichen „Dreipilz“, mittlerweile auch von der KWF verliehen, erkennen Sie qualitativ hochwertige Spaltwerkzeuge.

Wo Sie Ihren Spalthammer kaufen sollten

Wer noch nie einen Hammer in der Hand hatte kann sich unter Angaben wie „2,5 kg Kopfgewicht“ wahrscheinlich wenig vorstellen.

Einsteigern empfehlen wir daher den Gang in den Baumarkt. In Ketten wie Bauhaus, Toom oder Obi finden Sie meist zwei bis drei unterschiedliche Hämmer und können die Werkzeuge zumindest einmal in die Hand nehmen und hinsichtlich Gewicht und Größe miteinander vergleichen.

Leider ist die Auswahl in den meisten Baumärkten sehr begrenzt. Meist finden Sie ein Modell von Fiskars und ein billiges von einer Eigenmarke. Viele bekannte Hersteller sind gar nicht vertreten. Einen Marktüberblick können Sie sich dort also nicht verschaffen.

Nach einem eigenen Hands-on Spalthammer im Baumarkt lohnt sich der Blick ins Internet. Bei Versandhändlern wie amazon.de* finden Sie eine große Auswahl an Spalthämmern zu günstigen Preisen. Damit Sie bei der großen Auswahl nicht den Überblick verlieren, haben wir auf unseren Seiten empfehlenswerte Modelle für Sie herausgesucht.

Spalthammer Anwendung

Wie Sie schnell und sicher Holz spalten, zeigen wir Ihnen in unserer Anleitung.

Wenn Sie sehen möchten, was mit viel Übung, gutem Werkzeug und einem eingespielten Team möglich ist, schauen Sie sich dieses Video von einer Meisterschaft im Holz spalten an:

Bitte machen Sie Gezeigtes nicht nach. Achten Sie immer auf genügen Sicherheitsabstand.